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VERLOREN IM NETZ - Roman
Kleine E-Mail, große Wirkung! Wardriving - das macht Spaß!
Mit dem Laptop im Auto durch die Stadt kurven und die Netzwerke anderer
Leute ausspionieren. Johan, Mick, Bo und Stefan lachen Tränen über
die Unvorsichtigkeit mancher Computerbesitzer und darüber, was sie
auf fremden Festplatten alles finden. Zum Beispiel bei der Frau mit ihren
peinlichen Urlaubsfotos. Oder bei Lehrer Kretschmann, der die Zeugnisdateien
ungesichert auf seinem Rechner liegen hat. Wie kann man nur so blöd
sein? Doch dann entdeckt Stefan ein dunkles Geheimnis auf einem Rechner
und den vieren bleibt das Lachen im Hals stecken - denn offenbar ist
ihnen jemand auf die Schliche gekommen und macht ihnen das Leben zur
Hölle ...
Spannung pur – ein Labyrinthe Krimi
VERLOREN IM NETZ
Roman von Oliver Pautsch
Thienemann Verlag, Stuttgart
208 Seiten
ISBN 352217836X
Ab 13 Jahren
Erscheinungstermin: Juli 2006
Presse zu "VERLOREN IM NETZ"
WZ vom 29.7.2006 PDF-Download
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Reviews
"Johan, Mick und Stefan fahren mit einem Laptop durch die Stadt
und spionieren über ungesicherte W-Lan Verbindungen die Computer anderer
Leute aus. Als Bo, die Erzählerin, dies zum 1. Mal mitbekommt, ist
sie empört, aber auch fasziniert. Bei der Suche nach Zeugnisnoten
im PC ihres Lehrers entdecken sie eine Mail, in der Stefans Schwester ihre
Beziehung zu ihm auflöst. Stefan rastet aus und sie werden fast erwischt.
Aber das ist erst der Anfang ihrer Schwierigkeiten. Plötzlich werden
sie selber bedroht. Es spitzt sich dramatisch zu, als Johan und Mick auf
einer Urlaubsreise entführt werden. Wie in seinen vorherigen Büchern
("Mordgedanken" und "Sie kriegen Dich") bettet Pautsch
seine Story wieder in ein realistisches soziales Umfeld mit glaubwürdigen
Charakteren ein, deren Handlungsweisen nachvollziehbar sind. Einige Themen,
wie z.B., Rassismus (Spoiler!...an dieser Stelle gekürzt, denn hier
wird Inhalt verraten - Anm. d. Autors) werden angerissen, zugunsten der
ständig mit Vollgas vorangetriebenen Geschichte aber nicht umfassend
behandelt. Das Ende ist leider etwas vorhersehbar, doch das stört
den positiven Gesamteindruck nicht. Wie die anderen Bücher des Autors
allen empfohlen."
Jürgen Wickert
ekz-Informationsdienst
August 2006
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Rezension von Heike Rau
www.x-zine.de
"(...)
Der Krimi ist cool und sehr spritzig geschrieben. Er verläuft auch
alles andere als geradlinig, was für tolle Spannung sorgt. Es gibt
viele unerwartete Wendungen. Der Autor dreht den Spieß unvermittelt
um. So geht es den Jugendlichen bald aus ganz anderer Richtung an den
Kragen. Nach dem Ausspionieren der fremden Computer läuft alles
schief. Es könnte Zufall sein, dass kein Handy mehr funktioniert,
die Telefone Zuhause stumm bleiben und der Strom ausfällt. Doch
das ist es nicht. Durch diese unwirkliche Stimmung und die seltsamen
Vorfälle ist die Spannung im Buch kaum zu übertreffen.
Interessant sind auch die Charaktere im Buch. Zum Beispiel Bo, die Ich-Erzählerin.
Sie ist anfangs eigentlich nur eine Mitläuferin. Doch sie entwickelt
sich, als es ernst wird, zur Draufgängerin mit ungezügeltem
Temperament, als es gilt, ihrem Bruder zu helfen. Da beißt sich
sogar die Polizei die Zähne an ihr aus.
Auch vom Schreibstil her gefällt der Krimi gut. Der Autor schreibt
direkt auf Jugendliche zugeschnitten, frisch und unkonventionell und
trifft damit den richtigen Ton. Empfehlenswert ist das Buch für
Leser ab dreizehn Jahren."
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Leseprobe
"Ich bin drin!", schnauft Mick begeistert.
"
Ach, ja? Ich merke nichts", kichere ich übermütig, doch
keiner lacht. Stefan und Johan drehen sich zu Mick um, die ganze Albernheit
ist verflogen und ich bin für die Jungs überhaupt nicht mehr
anwesend.
"
Aber er benutzt ‘nen Mac. Kein Windows!"
Johan und Stefan stöhnen frustriert. Ich kapiere nicht, was an einem
Mac falsch sein soll, habe selbst ein Ibook von Apple. Aber der Glaubenskrieg
um Windows und Apple ist sogar noch älter als die Streits zwischen
Johan und mir, glaube ich.
"
Wer benutzt Mac? Was ist falsch an Macintosh?", frage ich und kriege
keine Antwort.
"
Ich komme in seinen Rechner, aber die Hierarchie ist anders. Ich weiß überhaupt
nicht, wo ich suchen soll", sagt Mick und tippt wie ein Geisteskranker
auf seiner Tastatur herum.
"
Was sucht ihr denn, bei wem?" Bo ist unsichtbar, unhörbar.
Die Jungs fachsimpeln und beraten, ich kapiere weniger als ein Drittel.
Wer wohnt hier? Auf was haben die es abgesehen? Da ich keine Antwort
bekomme, zwänge ich mich an Stefans Sitz vorbei und steige einfach
aus. Ich gehe an die nächste Haustür und sehe mir das Klingelschild
an: "Müller". Mhm. Kenne ich nicht. Johan ist mir nachgelaufen
und zerrt mich aus dem Vorgarten der Müllers zum Ford zurück. "Was
machst du denn? Hast du sie noch alle?"
Ich reiße mich von meinem Bruder los und frage ein wenig lauter,
damit ALLE es in dieser Straße hören können: "Bei
WEM sucht ihr WAS?"
"
Schschscht! Bo, mach keinen Aufstand, bitte!", fleht Johan. Ich
stemme meine Hände in die Hüften und komme mir einen Moment
wie meine Mutter vor. Johan gibt klein bei: "Wir suchen auf Kretschmanns
Rechner nach unseren Zeugnissen."
"
Was?!" Ich bin echt entsetzt. Die beiden Idiotenfreunde Johan und
Stefan haben MEINEN ERSTEN RICHTIGEN FREUND eingespannt, um ihre Zeugnisse
vom Computer des Lehrers zu klauen? Zu manipulieren? Oder was?
"
Warum die Zeugnisse?"
"
Nur so. Was geht dich das überhaupt an?"
"
Alles klar, Brüderchen!" Ich marschiere über die Straße
zum Nachbarhaus der Müllers, ohne weiter mit meinem gehirnamputierten
Bruder zu diskutieren. In einem dieser Häuser wird Kretschmann wohnen.
Ich kenne den Lehrer, weil ich in der sechsten und siebten Klasse bei
ihm Englisch hatte. Nicht, dass wir besonders gut miteinander ausgekommen
wären – man könnte sagen, ich habe diese Sprache trotzdem
ganz gut gelernt. Aber dass die Idioten sich ihre Schullaufbahn mit der
schwachsinnigen Idee ruinieren wollen, online mit Abiturzeugnissen herumzuspielen,
kann ich nicht zulassen. Wenn das rauskommt, fliegen sie! Werden für
immer entschulisiert! Johan wird bis zur Rente Rinderhälften im
Zerlegebetrieb im Industriegebiet teilen, Stefan wird Busfahrer oder
Hausmeister. Und Mick? Mein muskulöser Mick?
Ich darf überhaupt nicht darüber nachdenken! Lieber marschiere
ich direkt und ohne Erklärung bei Kretschmann in die Bude und ziehe
den Stecker seiner ungesicherten Rechner aus der Dose! Dann ist es vorbei
mit dem Datenklau! Ich rette die -
"
... sag mal, hörst du mir überhaupt zu?"
"
Nein. Ich will nichts mehr hören!"
"
Du klingst wie Mama", lacht Johan.
Auf dem Klingelschild neben der Tür steht: "Bergmann".
Aber ich werde nicht aufgeben, Kretschmann zu finden, und dränge
an meinem Bruder vorbei, der auf mich einredet: "... nur ansehen!
Nicht verändern oder stehlen oder so was. Wir wollen uns das Zeugnis
ANSEHEN!" Johan ist lauter geworden als ich. Dann hupt es auch noch
aus dem Ford.
"
Sollen die Bullen hier aufkreuzen, oder was? Davon hatte ich gerade schon
'ne Überdosis!"
"
Wieso bist du so nervös? Wir tun nichts Ungesetzliches!" Johan
lächelt mich tatsächlich an, während er das sagt und mich
zum Auto führt. Stefan steckt seinen Kopf aus dem Fenster und ruft: "Mick
hat es geschafft. Kommt her!"
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